Die Rasse
Was sollte man über diesen dreifarbigen, prächtigen Teddybären wissen?
Geschichte der Rasse
Eine aus der Schweiz stammende Hunderasse.
Historischen Erwähnungen zufolge tauchten Hunde, die den heutigen ähneln, Anfang des 20. Jahrhunderts auf.
Offiziell wurde sie 1907 als Hunderasse eingetragen.
Einordnung durch den Welthundeverband (FCI):
Gruppe 2
Sektion 3: Schweizer Sennenhunde
Ebenfalls dazu gehören die gleichfarbigen Rassen:
Berner Sennenhund
Entlebucher Sennenhund
Grosser Schweizer Sennenhund
Appenzeller Sennenhund
Wofür wurde er ursprünglich eingesetzt?
Er war Wach-, Hüte- und Zughund. Er zog Milchkarren. Er war der Allrounder auf den Bauernhöfen und ruhte sich abends am Kachelofen im Kreis seiner Familie von den Mühen des Tages aus.
Seine heutige Aufgabe
Den Arbeitscharakter hat die Rasse fast vollständig verloren. In Österreich sehen wir noch, dass manche ihn als Such- und Therapiehund einsetzen – die Fähigkeiten dazu hat er. Milchkarren zieht er nicht mehr, aber er ruht gern auf dem Sofa und wacht über den Schlaf des jüngsten Familienmitglieds. Aus ihm ist ein echter Allround-Familienhund geworden. Ein Gefährte für die Kinder, mit dem sie aufwachsen können.
Wie kinderfreundlich ist er?
Lassen Sie die Bilder für mich sprechen. Hervorheben möchte ich aber, dass diese Rasse niemals ein Kind anknurren würde. Er hat eine Engelsgeduld, und wenn es ihm zu viel wird, dass die Kinder schon seit zwei Stunden an ihm hängen, steht er sanft auf und lässt sich zwei Meter weiter wieder fallen. Danach können das Spiel und die unendliche Geduld weitergehen.
Meine kleine Schwester hat laufen gelernt, indem sie sich am Fell meines ersten Berners festhielt. Ich glaube, das sagt alles über sie.
Seine Rolle in der Familie
Ehrlich gesagt wird er zum Familienmitglied – wirklich ein zusätzliches Kind in der Familie. Diese Rasse ist am ausgeglichensten, wenn ihre Familie in Sichtweite ist, noch besser aber, wenn sie nur eine Armlänge entfernt ist. Es sollte immer jemand da sein, der ihn streichelt, was er mit begeistertem Schwanzwedeln quittiert.
Hausbewachung
Er passt wunderbar in die Eingangstür, und ins Haus kommt man nur, indem man über ihn hinwegsteigt.
Er weiß, wer am nachgiebigsten ist!
Diese Rasse ist immer in der Nähe der Familie und wird gerade dadurch wirklich ausgeglichen. Er passt sich der Lebensweise seiner Familie an. Er lernt den Tagesablauf und findet heraus, wer das schwächste Glied ist – bei wem man mit einem Lächeln aus einem schönen braunen Augenpaar ein kleines Zugeständnis herausholen kann.
Über ein kleines Leckerli freut er sich immer
Wenn wir für unsere Hunde einkaufen gehen, kaufen wir immer Schmelzkäse-Ecken, weil sie die so gern mögen.
Gesellschaftsleben
Er begleitet uns ins Restaurant, und auch im Kindergarten ist er sehr beliebt, wenn wir ihn zu den Kindern mitnehmen. Man sollte ihn wirklich wie eine zusätzliche Person in der Familie behandeln.
Keine englische Mentalität
Bei 3 °C und strömendem Regen wird er nicht zur Leine stürmen, damit es endlich zum Spaziergang geht. Er streckt die Nase hinaus, schüttelt sich und geht höchstens zum Pinkeln hinaus. Und wenn es nicht sein muss, nicht einmal das. Wenn das schlechte Wetter vorbei ist, geruht er wieder hinauszugehen.
Drinnen und draußen
Im Winter wie im Sommer fühlt er sich drinnen wohl, aber sobald der Herbst oder der Frühling kommt, ist er draußen so richtig in seinem Element. Man sieht ihnen an, dass sie in dieser Zeit regelrecht aufblühen.
Kälte oder Hitze?
Eine häufige Frage ist, wie gut sie unser Klima vertragen, wo die Rasse doch aus den kalten, schneereichen Schweizer Alpen stammt.
Kälte
Er wird auf dem größten Schneehaufen auf dem Rücken liegend schlafen, denn der Winter ist wirklich seine Jahreszeit. Nein, er wird sich nicht erkälten! Er wird sogar den Schnee kosten.
Hitze
Sie ist der größte Feind der Rasse. Im Sommer muss man ihm einen kühleren, aber nicht feuchten Platz bieten. Ein Souterrain, ein Keller oder eine Garage ist auch gut, Hauptsache, es ist kühl und angenehm für ihn. Am idealsten ist es jedoch, wenn man ihm einen klimatisierten Platz bieten kann. Die Hitzewellen werden immer heißer, und wegen seines dicken Fells und seiner Größe neigt er zum Hitzschlag. Leider hören wir Jahr für Jahr von Fällen, in denen ein Berner einen Hitzschlag erlitten hat, obwohl es gar nicht „so“ heiß war. Für ihn kann es schon tödlich sein, wenn es warm ist und er warme Luft einatmet, die seinen Körper nicht ausreichend kühlt – innerhalb kurzer Zeit kann das Unglück geschehen. Und genau dann kommt die Idee … scheren wir ihm doch das Fell! Eines der schlimmsten Dinge, die man einem Berner antun kann, ist, ihn kurz zu scheren! Nein und nochmals nein. Damit kann man eine ganze Reihe von Problemen auslösen. Das Wichtigste ist, dass man ihn bei großer Hitze nach Möglichkeit wenigstens in den Flur hereinlässt, wo es temperiert ist. Er wird nichts anrühren, er möchte sich nur ausruhen, bis die Hitze vorbei ist.
Erziehung und Ausbildung
Er lernt schnell und passt sich seiner Familie und Umgebung an. Es genügt, ihm etwas ein- oder zweimal zu zeigen, und er weiß es. Man braucht Geduld und Freundlichkeit. Mit Härte erreicht man bei ihm nichts. Man kann aber seine Seele zerbrechen – und er vergisst nicht.
Unter Berner-Freunden gibt es ein Sprichwort:
„Ein Hirtenhund vergisst nicht, und man darf ihn nicht im Stich lassen.“
Das fasst alles zusammen.
Welpenspielgruppe, Hundeschule
Wir empfehlen die Welpenspielgruppe wegen der Sozialisierung. Danach eventuell einen Grundkurs – aber ein Berner als Familienhund muss nicht durch Tunnel kriechen und bei 35 °C in der prallen Sonne Gehorsamsübungen absolvieren. Erwarten Sie das nicht von ihm, und gehen Sie auch nicht in eine Hundeschule, in der man das mit ihm machen möchte. Auch zu Hause lernt er schön und schnell. Es ist wie bei der Kindererziehung: Man muss konsequent sein, dann ist das Leben mit ihm ein Kinderspiel.
Hündin oder Rüde?
Beide Geschlechter haben ihre Vor- und Nachteile. Hundeanfängern empfehle ich in der Regel eine Hündin, weil man sich mit ihr leichter in das Leben mit Hund einfindet. Das hängt aber auch stark vom Wesen der Elterntiere ab. Manchmal wäre es in einem Wurf egal, welches Geschlecht man mitnimmt, weil die Welpen die gleiche Persönlichkeit haben – fragen Sie dazu immer den Züchter.
Hündinnen
Für Hündinnen spricht, dass sie nicht markieren und den Rasen nicht mit Urin verbrennen; dafür werden sie läufig, solange sie nicht kastriert sind. Sie sind gefühlvoller und sensibler.
Rüden
Rüden markieren und können aufgrund ihrer Hormone dominant sein. Dafür braucht es eine gewisse Bestimmtheit und das Gespür dafür, wann ein Berner in seinem Verhalten dominante Signale zeigt. Mit Kastration und konsequenter Erziehung lässt sich das vollständig im Griff behalten. Für Rüden wird meist angeführt, dass sie größer und imposanter sind. Im Idealfall ähnelt jeder Hund seinen Eltern – sehen Sie sich diese also nach Möglichkeit auch persönlich an!
Fell
Fell
Der Berner hat ein doppeltes Haarkleid: Das Deckhaar ist etwas länger als die Unterwolle, die beim Fellwechsel ausfällt.
Wie oft sollte ich ihn bürsten?
Ab einem Alter von etwa 4 Monaten werden zweimal wöchentlich 20 Minuten empfohlen, das ist aber von Hund zu Hund verschieden.
Fellwechsel?
Ursprünglich gab es zwei Fellwechsel im Jahr, doch diese gehen allmählich ineinander über, weil das Wetter mild ist und es keinen richtigen Winter gibt – so empfindet der Körper des Berners, dass auch das dicke Fell nicht nötig ist.
Lassen sich seine Haare leicht entfernen?
Zum Glück bohren sich die Haare des Berners nicht in Textilien, Polster und Teppiche, daher lassen sie sich leicht entfernen.
Wie groß ist ein Berner?
Hündinnen:
58–66 cm / 34–50 kg
Rüden:
64–70 cm / 45–60 kg
Wichtig zur Klarstellung:
Der Berner ist eine MITTELGROSSE Hunderasse!
Sabbert er wie Beethoven?
Der Berner ist grundsätzlich keine sabbernde Rasse. Die Züchter achten auch darauf und selektieren entsprechend! Wenn die Lefzen aber locker sind, wird er sehr wohl sabbern. Das sollte man bei den Eltern beobachten!
Entweder Hund oder Garten?
Darauf sage ich meistens, dass man den Garten hundefreundlich gestalten muss. Das heißt, (mit einem Zaun) den Bereich abgrenzen, den der Hund nutzt, oder den Ziergarten abzäunen. So gibt es keine Zerstörung, kein Graben an der falschen Stelle, keinen Stress, keinen Streit, keine Spannungen. Bei der Gartengestaltung beraten wir Sie gern.
Bellt er viel?
Ohne Grund bellt und tobt er nicht. Wenn es klingelt oder Herrchen bzw. Frauchen nach Hause kommt, meldet er das, beruhigt sich aber schnell wieder und spielt oder ruht weiter. Man kann also sagen: eine nachbarschaftsfreundliche Rasse.
Hundehütte?
Der Berner ist nicht wirklich ein Hund, der mehr als 45 Minuten im Jahr in der für ihn gekauften Hütte verbringen würde. Er liegt auf der Terrasse oder vor der Eingangstür, selbst beim stärksten Schneefall. Man kann ihm sorgfältig gebaute, selbst gebastelte Hütten anfertigen, aber er wird sie nur anknabbern. Benutzen wird er sie kaum.
Das ist unsere Erfahrung.
Hundebox?!
„Aber ich will ihn doch nicht ins Gefängnis sperren!“
Das ist einer der Sätze, die wir am häufigsten hören.
Wenn er gut daran gewöhnt ist, wird sie zu seinem Rückzugsort. Ein Ort, an dem er sich sicher fühlt und nicht bestraft. Wie für ein Kind sein Zimmer – sein eigenes kleines Reich. Man weiß nie, wann ein Handwerker kommt oder eine Renovierung ansteht. Es sollte einen Ort geben, an dem auch Sie Ihr Familienmitglied in völliger Sicherheit wissen.
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